Einrichtung eines Arbeitskreises

    „Männer, Frauen und Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen aus ihrer Heimat geflüchtet sind und in Europa und Deutschland Aufnahme suchen, müssen bei uns auf zugewandte Menschlichkeit stoßen. Sie haben ein Recht darauf, auch fern ihrer Heimat würdig zu leben. Dafür haben wir uns in aller Deutlichkeit einzusetzen.“

   Damit hat die Präses Annette Kurschus in ihrem mündlichen Bericht auf der Landessynode für den Aufbau und die Stärkung eines Netzes aus Achtung und Würde im Umgang mit Fremden und Flüchtlingen geworben. Bereits früher hatte sie sich an die Kirchenkreise und Gemeinden gewandt:

   „Es ist unaufgebbarer Ausdruck unseres christlichen Glaubens, Flüchtlingen, die bei uns Schutz vor Verfolgung und Not suchen, beizustehen“, Flüchtlinge bräuchten „nicht nur Schutz vor Verfolgung und Not; ihre Würde verlangt auch eine gleichberechtigte Teilhabe am Gemeinwesen“.

   Als der kath. Pastoralreferent Georg Hülsken im Dezember dem Presbyterium unserer Gemeinde von seiner Arbeit mit den Asylsuchenden berichtete, war die Betroffenheit unter den Anwesenden sehr stark. In dieser Deutlichkeit hatte bisher noch niemand der Presbyter die schlimme Situation, in der sich die fremden Menschen befinden, wahrgenommen.

   … mit mehreren fremden Menschen anderer Nationen in einem kleinen Zimmer leben, keine Beschäftigung den ganzen Tag, Umgang mit den Behörden ohne ausreichende Kenntnisse der Sprache, kaum Bargeld, Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit und die Angst, jederzeit abgeschoben zu werden...

gehören zur Lebenswirklichkeit der Flüchtlinge in unserer Stadt. Und es werden immer mehr. Die Flüchtlingszahlen steigen und damit ebenso die Zuweisung nach Oer-Erkenschwick.

   Jetzt haben sich einige Menschen aus den katholischen und der evangelischen Gemeinde bereit erklärt, den Fremden entgegen zu gehen und ihnen ihre Hilfe und verschiedene Angebote anzubieten. Seit Ende Mai gibt es daher den „Arbeitskreis Flüchtlingshilfe in Oer-Erkenschwick“, in dem nach Möglichkeiten gesucht wird, auch gemeinsam mit den Behörden, praktische Hilfe zu leisten (s.a. Artikel „Deutsch lernen…“ S. 22) und den Aufenthalt der Flüchtlinge in unserer Stadt im Sinne des Aufrufs der Präses (s.o.) zu gestalten.

   Parallel dazu hat sich im Kirchenkreis Recklinghausen ein Initiativkreis Asyl gegründet. Dort treffen sich in der Flüchtlingshilfe Engagierte aus verschiedenen Städten des Kreises, um ihre Aktivitäten zu koordinieren und sich gegenseitig zu informieren. Dazu gehört auch das Angebot einer Fachanwältin für Flüchtlingsfragen, in regelmäßigen Veranstaltungen über das Asylrecht zu informieren und akute Hilfestellung bei konkreten Fragen zu geben.

  Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeit haben fragen Sie bitte im Gemeindebüro nach.

Jürgen Behrendt

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